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Ein japanisches Weihnachten

Viele Menschen denken bei Weihnachten an die Familie, an ausgiebige Abendessen und an Traditionen, die sich über Generationen erhalten haben. In Japan ist die Stimmung rund um Weihnachten ein wenig anders. Es ist weder ein religiöser Feiertag noch eine Zeit, in der Familien in Scharen zusammenkommen. Dennoch ist Weihnachten aus dem japanischen Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Die Großstädte sind mit funkelnden Lichtern und Weihnachtsmärkten geschmückt, die Geschäfte reagieren auf die festliche Atmosphäre und die Restaurants bieten spezielle Weihnachtsmenüs an. Das japanische Weihnachtsfest steht ganz im Zeichen von Atmosphäre, Romantik und... überraschendem Essen!

Wie Weihnachten seinen Weg nach Japan fand

Traditionell wird Weihnachten in Japan nicht gefeiert. Das Christentum bildet dort nur eine kleine Minderheit und Weihnachten hat daher für die meisten Japaner keine religiöse Bedeutung. Dennoch wurde Weihnachten im Laufe des 20. Jahrhunderts immer sichtbarer, vor allem unter dem Einfluss der westlichen Länder. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Berührung mit der amerikanischen Kultur durch Medien, Unternehmen und internationalen Handel stark zu. Geschäfte, Hotels und Restaurants nutzten dies geschickt aus und präsentierten Weihnachten vor allem als ein saisonales und stimmungsvolles Ereignis.

Anstelle eines traditionellen Festes mit festen Ritualen entwickelte sich Weihnachten in Japan zu einem kommerziellen und kulturellen Fest, bei dem Geselligkeit, Geschenke und Erlebnisse im Mittelpunkt stehen. Vor allem in den Großstädten wurde Weihnachten zu einer Zeit des Auspackens mit Dekorationen, speziellen Menüs und winterlichen Veranstaltungen; losgelöst von der Religion, aber reich an Atmosphäre.

Romanze

Wer im Dezember durch japanische Städte spaziert, wird schnell feststellen, dass es bei Weihnachten vor allem um Atmosphäre und Erlebnis geht. Große Teile von Städten wie Tokio, Osaka und Yokohama verwandeln sich in beeindruckende ‘Illuminationen’: aufwendige Lichtinstallationen, die Straßen, Parks und Einkaufszentren zum Leuchten bringen. Diese Lichterfeste ziehen jedes Jahr Millionen von Besuchern an und sind ein wichtiger Bestandteil der Wintersaison. Darüber hinaus gibt es immer mehr Weihnachtsmärkte und Winterfeste, die von westlichen Weihnachtsmärkten inspiriert sind. Denken Sie an heiße Getränke wie Glühwein, saisonale Snacks und fotogene Dekorationen.

Weihnachten in Japan ist also in erster Linie ein visuelles und gemütliches Winterereignis, bei dem es darum geht, gemeinsam die Atmosphäre zu genießen. Dieser stimmungsvolle Rahmen bietet die perfekte Kulisse für das, was Weihnachten in Japan vielleicht am meisten kennzeichnet: Romantik. Anders als im Westen ist Weihnachten hier kein typisches Familienfest, sondern eher ein Fest für Paare. Heiligabend wird oft als romantisches Datum angesehen, ähnlich wie der Valentinstag. Restaurants bieten spezielle Weihnachtsmenüs an, und Reservierungen werden manchmal schon Wochen im Voraus getätigt. Gemeinsam essen gehen, die Lichter betrachten und die Stadt in festlicher Atmosphäre erleben, ist das A und O.

Frittiertes Hähnchen von KFC

Die vielleicht überraschendste Weihnachtstradition in Japan ist das Essen von Kentucky Fried Chicken (KFC). In der Vorweihnachtszeit bilden sich lange Schlangen vor den KFC-Filialen, und viele Menschen bestellen ihr Weihnachtsessen schon lange im Voraus. Diese Tradition entstand in den 1970er Jahren, als westliche Menschen in Japan eine Alternative zum klassischen Weihnachtstruthahn suchten. KFC nutzte dies geschickt mit seiner Marketingkampagne ”Kentucky for Christmas”, die in Japan als ”Kentakkī wa kurisumasu” (ケンタッキーはクリスマス), das sich zu einem unerwarteten Erfolg entwickelte.

Seitdem ist Brathähnchen das beliebteste Weihnachtsgericht in Japan. Familien, Freundeskreise und Paare genießen spezielle Weihnachtsmenüs mit Hähnchen und Beilagen, die oft mit etwas Süßem gekrönt werden. Und dieser süße Abschluss ist mindestens so kultig wie das Hühnchen selbst: der japanische Weihnachtskuchen, oder kurisumasu kēki.

Weihnachtskuchen

Neben dem Brathähnchen ist auch der Weihnachtskuchen ein fester Bestandteil des japanischen Weihnachtsfestes. Diese kurisumasu kēki (クリスマスケーキ) unterscheidet sich stark von den schweren (Weihnachts-)Kuchen, die wir im Westen kennen. Es handelt sich in der Regel um einen luftigen Biskuitkuchen, der aus Schichten von weichem Kuchen, Schlagsahne und frischen Erdbeeren besteht. Der Kuchen wird oft mit etwas Puderzucker bestreut oder mit einfachen Dekorationen verziert.

Dieser kurisumasu kēki (クリスマスケーキ) wurde erstmals Anfang des letzten Jahrhunderts von einer Konditorei in Yokohama namens Fujiya verkauft. Der Gründer der Bäckerei wurde während seiner Reise in die USA inspiriert, den Weihnachtskuchen zu Hause in Yokohama zu verkaufen, wo relativ viele Menschen aus dem Westen lebten. Der Weihnachtskuchen wird oft von Paaren oder kleinen Gruppen gegessen und ist ein leichter, festlicher Abschluss des Weihnachtsessens.

Desserts: nicht zu süß!

Das Konzept eines ‘Desserts’ als letzte Mahlzeit nach dem Abendessen, wie wir es in den Niederlanden und im Westen kennen, gab es in Japan ursprünglich nicht. Wenn man in Japan nach einer Mahlzeit etwas isst, dann ist es oft in erster Linie frisches Obst. Darüber hinaus wurden und werden auch Süßigkeiten (außer Obst) gegessen, allerdings meist zum Tee oder vor einer Teezeremonie.

Nach einem formellen Essen wird in Japan oft Matcha (Tee) serviert (kein Matcha-Latte, wie Matcha im Westen meist bekannt ist, sondern wirklich als ‘Tee’, nur mit Wasser) und dazu kleine Süßigkeiten: Matcha ist der ‘Teezeremonie-Tee’ in Japan. Allerdings handelt es sich dabei nicht wirklich um ein ’Dessert’ oder ein vollwertiges Gericht, wie wir es hier kennen; es hat einen anderen Zweck, nämlich den Teegeschmack zu ergänzen.

”Nicht zu süß” ist in Japan (und vielen anderen asiatischen Ländern) oft eines der größten Komplimente, wenn es um Desserts und Süßigkeiten geht. Etwas kann schön süß sein, aber vorzugsweise nicht so süß, dass es den subtilen Geschmack der Hauptzutaten übertönt, denn man möchte den köstlichen und einzigartigen Geschmack der anderen Zutaten weiterhin schmecken. Das ist auch der Grund, warum Weihnachtskuchen im Allgemeinen sehr leicht und mit frischem Obst zubereitet wird!

Aufgrund der Globalisierung und des westlichen Einflusses sind jedoch das westliche Konzept eines Desserts und Süßigkeiten wie Kuchen und Torten in Japan immer häufiger anzutreffen, manchmal sogar häufiger als die ursprünglichen oder traditionellen japanischen Süßigkeiten, vor allem in den Großstädten. Der Weihnachtskuchen (kurisumasu kēki), das japanische Weihnachtsdessert, ist eigentlich kein ursprünglich japanisches. Europäische Desserts oder Süßigkeiten wie Biskuitkuchen wurden von portugiesischen und holländischen Händlern während der Momoyama-Periode (1573-1615) nach Japan eingeführt und waren damals in Japan bekannt als namban-gashi (‘südliche barbarische Süßigkeiten’).

Zucker wurde erst in der Meiji-Zeit (1868-1912) zu einer allgemein verwendeten Zutat, die in Japan in allen Bevölkerungsschichten (nicht nur in der Elite) weit verbreitet war und ist. Auch die Schokolade wurde erst nach 1868 eingeführt. Darüber hinaus ist das Wort kurisumasu kēki direkt vom englischen ‘Christmas cake’ übernommen (einfach laut aussprechen), aber an die japanische Aussprache und Schreibweise angepasst: a gairaigo, eine Art Lehnwort aus anderen Sprachen (außer Chinesisch), das im Japanischen sehr verbreitet ist.

Weihnachten mit japanischem Touch

Hat die KFC-Geschichte Ihre Aufmerksamkeit erregt? Machen Sie dieses Jahr gebratenes oder gebratenes Hähnchen oder Truthahn mit einer japanischen Marinade. Mit den Produkten aus unserem Sortiment ist das gut möglich. Die japanische Küche zeichnet sich aus durch Aromen!

Fanden Sie die Geschichte über Desserts und Kuchen inspirierend? Auch die japanische Küche bietet eine Fülle von Anregungen für Desserts. Natürlich können Sie unendlich viel mit Aromen aus Ihrer eigenen Küche kombinieren. Denken Sie an Selbstgemachtes Mochi mit Rote-Bohnen-Paste (anko), Eiscreme, Schlagsahne, Matcha oder Schokolade - auch lecker zu Kaffee, Tee oder einem Glas Glühwein.

Matcha ist übrigens nicht nur zum Trinken geeignet. Verwenden Sie ihn in Tiramisu, Eiscreme, Kuchen oder Keksen. Er verleiht Ihren Desserts nicht nur eine wunderbare Geschmackstiefe, sondern auch eine spektakuläre grüne Farbe. Ein echter Hit, vor allem bei der jüngeren Generation.

Unten sehen Sie ein Beispiel für ein köstliches Weihnachtsmenü mit japanischem Touch!

 Aperitif

Cocktail/Spritzer aus Obstkuchen (z.B.. yuzu oder mikan)
oder
Mocktail mit Yuzu-Saft (selbst gepresst oder vorgefertigt (100% Saft)) oder Shiso-Sirup

+
Iburigakko (marinierter und eingelegter Daikon)

 

✦ Amuse

Blinis mit Frischkäse, Lachs und tonburi (”Landkaviar”)

(fertig mit einem Nieselregen Ponzu oder Yuzu-Sojasauce)
Oder
Nori-Chips mit Lachstartar, Yuzu und frischem Wasabi oder Wasabi-Mayonnaise

-> Vega? Ersetzen Sie Lachs durch marinierte (gekochte) Karotten.

 

✦ Starter

Dashi und Miso Suppe mit Shiitake, mit Frühlingszwiebeln und Tofu

(Abgeschlossen mit ein paar Tropfen Negativ-Öl)
 

✦ Hauptgericht

Brathähnchen oder Truthahn mariniert mit Yakiniku-Sauce oder Sumo-Miso
+
Salat mit einem Dressing aus Sakura-Rauchessig, Senf, Olivenöl, Schalotte, Salz und Pfeffer.
Oder
Gebratene Möhren mit HonigMiso Glasur
+
Kartoffelgratin mit helles Miso, Muskatnuss und geriebener Käse

-> Vega? Ersetzen Sie das Huhn/den Truthahn durch Tofu oder Shiitake

-> Dort trinken? Japanischer Reis niedriger, eine trockene Sake oder Shiso-Genuss (alkoholfrei)
 

Käsetafel

Mit yubeshi (wie Feigenbrot), Yuzu-Marmelade und knusprig Nori-Chips
 

✦ Nachtisch

Matcha Tiramisu
oder
Mochi mit Eiscreme, Schlagsahne & Rote Bohnenpaste (Anko)
oder
Trifle mit Yuzu-Quark (und möglicherweise. Yuzu-Sake)

-> Dort trinken? Chokyu sirupartiger portweinähnlicher Sake oder shiso Sirup (alkoholfrei)


Möchten Sie es wirklich spektakulär machen? Dann werfen Sie einen Blick auf unser Angebot an Koppert Kresse. Von essbaren Blüten bis hin zu Knospen und Blättern: So wird jedes Gericht besonders festlich!

Frohe Weihnachten!